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Friedhof der Kuscheltiere – Wiederauferstehen war noch nie so schwer

Der Friedhof der Kuscheltiere – wohl eine der bekanntesten Romane von Stephen King. 1989 wagte sich Mary Lambert an den Buchklassiker und schuf einen Film, der durch seine mysteriöse Stimmung und unheimliche dichte Atmosphäre besticht. 30 Jahre später und die Kuscheltiere erwachen erneut zum Leben. 

Stephen King, wohl einer der bekanntesten Autoren seiner Zeit, bescherte uns Es, The Green Mile, Misery oder auch Der Dunkle Turm. Allesamt wurden sie verfilmt und der Strom an King-Verfilmungen lässt nicht nach. Letztes Jahr kam mit dem Es-Reboot der bis dato erfolgreichste Horrorfilm in die Kinos. Alleine 2019 kommen noch zwei weitere in die Kinos. Es 2 und der Nachfolger zum Kubrick Klassiker The Shining namens Doctor Sleep. Doch bleiben wir im Hier und Jetzt. Der Friedhof der Kuscheltiere – ein mega Bestseller Kings bekommt ein Remake und versucht den alten Schocker in die Jetztzeit zu transportieren. Wie immer stellt sich die Frage: Hat es geklappt?

Auf dem Weg zum "Friedhof der Kuscheltiere" - ©Paramount Pictures

Dennis Widmayer und Kevin Kolsch machten sich an das Remake zu Friedhof der Kuscheltiere. Eine nicht gerade leichte Aufgabe, überzeugt das Original vor allem durch seine ausgesprochen dichte Atmosphäre und mysteriöse Stimmung. Zwei Aspekte, die man nicht ohne den Einsatz von Blut und Schweiß wiederauferstehen lassen kann, achja und der berühmte Indianerfriedhof darf natürlich auch nicht fehlen. 

Arzt Louis Creed (Jason Clarke) zieht mit seiner Frau Rachel (Amy Seimetz) und seinen zwei Kindern Ellie (Jet Laurence) und Gage (Hugo Lavoie) aus der hektischen Großstadt in die vermeintlich seelenruhige Kleinstadt. Einziges Problem, ihr neues Haus liegt an einer von tonnenschweren Lastern vielbefahrenen Straße und statt einem Garten, liegt im Wald hinter dem Haus ein Friedhof für Haustiere. Es ist Halloween als die Hauskatze Church von einem der vorbeirasenden Laster tödlich getroffen wird. Nachbar Jud Crandall (John Lithgow) bietet Louis daraufhin an, die Katze gemeinsam mit Louis zu begraben. Jedoch führt Jud Louis nicht zum Friedhof der Kuscheltiere, sondern zum noch tiefer im Wald gelegenen Indianerfriedhof. Alles was dort in der verfluchten Erde begraben wird, wandelt nach kurzer Zeit wieder unter den Lebenden.  

John Lithgow und Jason Clarke in "Friedhof der Kuscheltiere" - ©Paramount Pictures

So wandelt letztlich auch der Friedhof der Kuscheltiere wieder unter den Lebenden und das ist, wie im Film, mehr schlecht als recht. Dabei hält sich der Film zu Beginn wirklich Schlag auf Schlag an die Originalvorlage, was Fans beruhigt und auch Neulinge abholt. Doch dann fängt das Bild an zu bröckeln. Storystränge werden ausgebaut und versucht mit Leben zu füllen, was leider ordentlich nach hinten losgeht, denn sonderlich relevant für die Grundstory ist es ganz und gar nicht. So kann man aber immerhin noch drei bis vier Schockmomente aus dem Film kratzen, selbst wenn die nur vom Grabbeltisch für Jumpscares stammen. Da hat Friedhof der Kuscheltiere nämlich ordentlich zugeschlagen. 

Egal welcher Schockmoment, es ist ein billiger Jumpscare, den man schon zehn tote Katzen gegen den Wind riecht. Nicht nur das, auch die dazugehörigen Kameraeinstellungen hätte man dem Kameramann förmlich im Schlaf diktieren können. Da geht nun mal jedweder Spaß am Horror verloren, wenn man sich nicht mal die Mühe gibt einen, ich nenne es mal, Klassiker adäquat neu zu inszenieren. Man streut einfach den üblichen Schock-Feenstaub drüber,  fertig ist das Remake und die Kassen werden schon klingeln. Da kommt nicht mal ein Laster ohne überlautes Getöse und Jumpscare aus. Mehr als ein Augenrollen kann er mir dann aber auch nicht entlocken. 

Wesentlich frischer erscheint da die zweite Hälfte des Films. Man krallt sich nicht mehr an das Original und handelt es einfach nur Punkt für Punkt ab. Stattdessen werden Szenen zwar ähnlich aufgezogen, enden bzw. verlaufen anders. Klingt doch gar nicht so schlecht, könnte man meinen, würde es nur nicht so aufgesetzt wirken. Ständig hat man das Gefühl, dass die Regisseure einem im Nacken sitzen und leise ins Ohr flüstern: „Na, haste gesehen was wir da gemacht haben? Hättest du jetzt nicht gedacht, oder?“ Jaja, das berühmte Spiel mit der Erwartungshaltung ging auch hier mal wieder ordentlich nach hinten los. 

Mehr bleibt nicht zu sagen, denn wer sich eher zum Mainstreampublikum im Genre Horror zählt, wird definitiv seinen Spaß haben und nach 100 Minuten den ganzen Quatsch sowieso wieder vergessen haben. Genrefans bleiben dann verstört und eingekauert auf ihren Sitzen und singen leisen: „I don’t want to be buried in THIS pet sematary“ mit The Ramones. 

Regisseur: Kevin Kölsch, Dennis Widmyer 

Genre: Thriller/ Horror

Crew: Screenplay: Andrew Cosby, based on the novel by Stephen King. Camera (color): Laurie Rose. Editor: Sarah Broshar.

Cast: Jason Clarke, Amy Seimetz, John Lithgow, Jeté Laurence, Hugo Lavoie, Lucas Lavoie.

Gude zusammen! Ich befeuert euch mit allem was mir in die Finger kommt, egal ob Arthouse, Blockbuster oder der neueste Nicolas Cage Trash vom Grabbeltisch. Es wird vor nichts Halt gemacht!

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