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Schocktober #01: Night of the Living Dead

„They are coming to get you Barbra!“ Mit diesen Worten eröffnen wir den Schocktober – den wir werden dich holen! Jeden Tag bekommst Du von uns einen Horrorfilm präsentiert. Mal trashig, schäbig und mit ordentlich Blut, dann wieder Hochglanz mit Psychospielchen. Freu Dich also auf einen schaurigen Monat rund um das Thema Horror! Vielleicht wecken wir Deinen Blutdurst oder Du bist selbst schon aus der Totenstarre wiedererwacht und auf der Suche nach saftigem Gehirn! So bleibt mir jetzt nur zu sagen: Willkommen zum ersten Schocktober auf Popcorn und Nachos! Heute Schocktober #01: Night of the Living Dead

Der Schocktober avancierte zu einem meiner Lieblingsmonate. Aus öden Herbsttagen wurde ein Monat bei dem ich es kaum erwarten kann nach Hause zu kommen und den DVD-Player anzuwerfen. Wer kennt es nicht: Durch den Überfluss an Streamingdiensten und deren Angebot sitze ich meist viel zu lange vor der Filmbibliothek und kann mich schlichtweg nicht entscheiden. Was könnte besser sein als eine vorher minuziös erstellte Filmliste, bei der ich mir keine Gedanken mehr machen muss, wann ich was schauen muss. (M)ein Paradies. Noch besser kann es nur werden, wenn sich Klassiker und Traditionen etablieren. Nachdem ich Night of the Living Dead vor einigen Jahren zum ersten Mal gesehen hatte, stand es fest. Ich eröffne meinen Schocktober ab sofort mit George A. Romeros Zombie Meisterwerk. So viel Lob kann ich vorwegnehmen, Night of the Living Dead hat mich umgeblasen. Als kleiner Teenie bin ich in eine Spirale aus Horror, Gewalt, Blut und was weiß ich was noch alles in meinem Unterbewusstsein schlummert, gefallen und bin auch nicht mehr so schnell rausgekommen. Mehrmals täglich wurde das Internet nach immer mehr Horrorfilmen durchforstet. Immer blutiger und immer gruseliger. Ständig auf der Suche nach der nächsten Blutlache und dem dazugehörigen abgetrennten Kopf.

"They're coming to get you Barbra..." - © sans Frontières

Du siehst, meine – ich nenne es mal – Liebe zum Horrorgenre ist tief in mir verwurzelt. Sozusagen meine dunkle Seite. Der nette Nachbar, der nie sonderlich auffällt, einen kleinen Hund besitzt, dessen Frau auf tragische Weise bei einem Autounfall verstorben ist, der aber nachts sein nächstes Opfer heimlich in den Keller zerrt. Irgendwann erkennt man aber auch hier Muster und kommt dem ganzen Treiben womöglich auf die Schliche.

Ich hatte damals schon immer davon gehört, wie Filme oder Kunst sich gegenseitig beeinflusst, aber ein Beispiel, das sich auch meinem jungen schmackhaften Gehirn erschließt, musste ich noch finden. Dann kam Night of the Living Dead, der Urvater des Zombie-Genres, und öffnete mir die Augen. Einem zombieverliebten Jungen, der sein Herz an den Horror verloren hat. Besser hätte es mich nicht treffen können. All die Versatzstücke, Klischees und Genrestandards konnte ich dort wiedererkennen. All die Dinge, die ich über Jahre ständig vor Augen, aber nie hinterfragt hatte. Da war er, Night of the Living Dead, nahm mich bei der Hand und zeigte mir, wie Zombies salonfähig gemacht wurden und ein neues Subgenre aus dem Friedhofsboden gestampft haben.

Der Segen der Public Domain

Stellt sich die Frage, wie er das geschafft hat? Ich möchte hier nur einen kleinen Aspekt von Night oft he Living Dead wieder ausgraben. Die sogenannte Public Domain. Wenn man nämlich bei einigenHorrorfilmen genauer hinsieht, fällt auf, dass George A. Romeros Night of the Living Dead immer wieder im Hintergrund auf alten Röhren läuft. Grund dafür ist, dass ein kleines aber zu dieser Zeit wichtiges Symbol vergessen wurde. Nach dem alten Copyright-Act aus 1909 stand das kleine „©“ für den Besitz der Rechte an der eigenen Arbeit. Aufgrund dessen findet man in der Title Card, der kurzen Einblendung des Filmtitels, von älteren Filmen bis in die späten 70er immer einen Copyright Claim. Etwas, das Night of the Living Dead bei seiner Erstveröffentlichung nicht hatte.

Langsam kommen die Untoten auf uns zu - © sans Frontières

George A. Romeros Produktionsfirma hatte einen Distributionsvertrag mit einer weiteren Firma abgeschlossen, die den ursprünglichen Titel Night of the Flesh Eaters zum uns bekannten Night of the Living Dead änderten, um Verwirrungen mit The Flesh Eaters aus 1964 zu vermeiden. Versehentlich vergaß die Distributionsfirma bei der Änderung der Title Card das Copyright Claim hinzuzufügen. Unter dem Copyright-Act aus 1909 bedeutet dies, dass Night of the Living Dead direkt nach seiner Erstveröffentlichung in die Public Domain übergeht. Durch das Übergehen in die Public Domain, konnte jedes Kino und jeder Lizenzgeber, sogar jede Person diesen Film kostenlos vertreiben. Ein unfassbar breites Publikum erschloss sich demnach dem Film. Dies ist mitunter der Hauptgrund warum Night of the Living Dead in etlichen Horrorfilmen auftaucht. Er ist ein Horrorfilmmeisterwerk, hat den Zombie mitbegründet und ihn auf die Welt losgelassen. Jeder kann mit ihm machen was er will, ihn einsetzen wie er will und so flimmern die George A. Romeros Zombies aus Night of the Living Dead immer wieder über die alten Röhren in den neusten Horrorfilmen.

George A. Romero

Horror

Duane Jones, Judith O’Dea, Karl Hardman, Marilyn Eastman, Keith Wayne, Judith Ridley, Kyra Schon, Charles Craig, S. William Hinzman, Bill ‘Chilly Billy’ Cardille, George A. Romero, Russen Streiner, John A. Russo, John Simpson

Producers: Russen Streiner, Karl Hardman. Writers: Goerge A. Romero, John Russo. Editor: George A. Romero. Camera: George A. Romero. Sound: Marshall Booth, Gary Streiner. 

Gude zusammen! Ich befeuert euch mit allem was mir in die Finger kommt, egal ob Arthouse, Blockbuster oder der neueste Nicolas Cage Trash vom Grabbeltisch. Es wird vor nichts Halt gemacht!

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