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Adventskalender – Türchen 03: Tokyo Godfathers

Tokyo Godfathers – Türchen 3 unseres Popcorn und Nachos-Adventskalender hat einen Weihnachtsfilm aus Japan für dich im Angebot. Der Anime von Satoshi Kon, von dem unter anderem auch Paprika und Perfect Blue stammen, zeigt uns Impressionen aus einem verschneiten Tokio zur Weihnachtszeit. Und erzählt dabei eine Weihnachtsgeschichte auf ganz eigene Art und Weise…  メリークリスマス mit Tokyo Godfathers!

Drei Obdachlose finden beim Durchsuchen von Müll ein Baby, allein und ausgesetzt in der Kälte der Megastadt Tokio. Die Mission ist klar: Die Mutter des Säuglings müssen ausfindig gemacht werden, um ihr das Baby zurückzugehen. Die transsexuelle Hana (Yoshiaki Umegaki; dt. Stimme Kai Taschner), der alkoholkranke Gin (Tōru Emori; dt. Stimme Walter von Hauff) und das junge Mädchen Miyuki (Aya Okamoto; dt. Stimme Caroline Combrinck) machen sich also auf zu einer Odyssee, auf der sie in einer scheinbar nicht enden wollenden Nacht allerlei skurrile Gestalten treffen und kuriose Zufälle erleben.

Von Zufällen und Wundern

Zufälle, in den Augen der einen – Wunder, in denen der anderen. Man muss aber nicht esoterisch veranlagt sein, um den vielen Wendungen und Abzweigungen, an denen sich die Story entlang hangelt, etwas abgewinnen zu können. Auf eine äußert interessante und vereinnahmende Weise verwebt der rote Faden der Geschichte das Schicksal des Babys mit der Vergangenheit der drei Protagonisten. An jeder Ecke und alle paar Minuten trifft die Gruppe auf Menschen und Situationen, die sie immer wieder auf den richtigen Pfad weisen, ungeachtet dessen wie weit sich bereits von ihm entfernt wurde. Über 37 Millionen Einwohner in der Metropolregion Tokio – und einer davon, nur ein einziger, soll gefunden werden. Eine  irrwitzige Aufgabe! Aber natürlich wäre Tokyo Godfathers keine Weihnachtsgeschichte, wenn unsere drei Protagonisten nicht wie durch ein Wunder den rechten Weg finden würden.

Von einer unglaublichen Situation in die nächste – Unsere Protagonisten © Trigon Film

Finden, das ist ein gutes Stichwort, denn am Ende, da findet sich viel mehr als eine einzelne Familie. Figuren finden sich, finden Ziele, finden ihre Vergangenheit und Zukunft, finden zu sich selbst und nicht zuletzt auch zueinander. Tokyo Godfathers ist keine typische Weihnachtsgeschichte, sondern eine Charakterstudie mit ganz viel Charme. In Rückblicken offenbaren sich uns die drei Figuren und erzählen von Lügen, Verlust, Scham und nicht zuletzt auch Liebe. Komplexe Figuren mit komplexen Hintergrund, die trotz jedweden Hangs zum Zynismus ein kleines Weihnachtswunder erleben.

Ein Weihnachtswunder, das auch eigentlich selbst-zerstörerische Randfiguren einer urbanen Gesellschaft packt. Ein Weihnachtswunder, das deshalb hoffentlich auch jedem von uns einmal vergönnt ist. Bis dahin bleibt es zu hoffen. Oder sich in der Geschichte von Tokyo Godfathers zu verlieren und sich auf dessen ganz speziellen Humor einzulassen. Die Feiertage ein bisschen zu nutzen, um – wie unsere Protagonisten – zu sich selbst und zueinander zu finden. Und wer weiß? Vielleicht kommt das Wunder dann von ganz alleine.

Ho-ho-ho, es weihnachtet bald ziemlich! Öffnet doch ein Türchen unseres Popcorn und Nachos-Adventskalenders. Schnapp dir dann ausnahmsweise mal Lebkuchen und Spekulatius und genieße unsere tollen Artikel.

Hinter Türchen 2: Die besten Geschenke in Filmen…

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