Adventskalender – Türchen 15: Office Christmas Party

Ah, der Morgen nach der Weihnachtsfeier! Wenn man Glück hat, liegt noch ein Wochenende dazwischen. Falls nicht, dann torkelt man in der Regel noch halb angetrunken mit einem Brummschädel ins Büro und kann nur drauf hoffen, sich nicht allzu sehr blamiert zu haben. Oder man hat sich im Griff und trinkt – trotz des kostenlosen Alkohols – in Maßen. Nein, damit ist nicht der Krug gemeint. Maßvoll geht es in Office Christmas Party offensichtlich nicht besonders zu. Ob man nach dem Schauen des Filmes allerdings genauso peinlich berührt von dannen zieht, erfahrt ihr in Türchen 15 unseres Adventskalenders!

Das Duo Jason Bateman und Jennifer Aniston sieht man nicht zum ersten Mal zusammen. Bereits in Kill The Boss 1&2 und Umständlich verliebt vom selben Regie-Duo agierten die beiden gemeinsam vor der Kamera. Die Vorzeichen stehen also gut für ein eingespieltes Schauspieler-Paar und einen unterhaltsamen Streifen, sollte man meinen. Sollte man meinen. Denn, wie sich schon erahnen lässt, Office Christmas Party ist sehr viel Chaos und sehr wenig von allem anderen.

Doch erst einmal kurz zum Inhalt: Die Niederlassung des Unternehmens Zenotek in Chicago soll aufgrund zu geringen Wachstums geschlossen werden. Das entscheidet die CEO Carol Vanstone (Jennifer Aniston) und stellt damit ihren Bruder Clay (T.J. Miller) und seine Angestellten, darunter Josh (Jason Bateman) und Tracey (Olivia Munn) vor eine schwierige Aufgabe. Nur die Organisation der besten Weihnachtsfeier aller Zeiten, um einen wichtigen Partner zu beeindrucken, kann ihre Jobs retten. Nur läuft die Party wie zu erwarten etwas aus dem Ruder… 

Auch auf der “Christmas Office Party” ist nicht nur eitel Sonnenschein © Constantin Film Verleih

Wie der angetrunkene Kollege

Um wieder auf den Vergleich mit echten Weihnachtsfeiern zurückzukommen: Office Christmas Party fühlt sich ein bisschen an wie dieser eine Kollege, der einem schon schwer angeheitert Witze ins Ohr lallt und sich für den Nabel der Welt hält. Und sich dann unter Garantie im Laufe des Abends komplett blamiert. Eine substanzlose Aneinanderreihung vorhersehbarer Gags, die so gar nichts aus ihrem eigentlich hochkarätigen Cast macht. Zugegeben, auf eine derart eskalierende Weihnachtsfeier hätte ich auch mal Lust – unter der Voraussetzung nicht mit diesen Leuten arbeiten zu müssen – aber abseits von imposanten Schauwerten bietet Office Christmas Party so gar nichts, was einen bei der Stange hält. Zwei, drei müde Schmunzler täuschen kaum über die uninspirierte Gestaltung hinweg.
 
Zugegeben, die Persiflage auf die Silicon Valley-/Start-Up-Firmenkultur ist recht gut gelungen und auch Olivia Munn fühlt sich in ihrer Rolle offensichtlich wohl. Eine nette, an 2 Fast 2 Furious erinnernde Fahrsequenz kann der Streifen auch noch für sich verbuchen. Der Rest ist dann eher wie ein Autounfall – zum Beispiel wenn man über die Splapstick-Verletzung eines zugedröhnten Partygastes lachen soll. Weitere positive Dinge muss man leider mit der Lupe suchen und so eignet sich der Film zwar für vieles, aber nicht für adäquate Unterhaltung in der wertvollen Weihnachtszeit. Aber hey, hinter jedem Adventskalender verbirgt sich immer auch ein Türchen, das nicht ganz so gut schmeckt. In unserem Fall bleibt es hoffentlich bei dem einen.

Sehr viel besser schmeckt uns Das Wunder von Manhattan. Flo hat sich dem Film gestern gewidmet.

Hier geht es zu seiner Kritik.

Und wer Lust auf eine ganz alte Delikatesse hat, der begibt sich mit uns und Santa Claus auf eine historische Reise, indem er diesem Link folgt.


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