Colony – Ein bisschen Lost-Flair für daheim

In einer nicht allzu fernen Zukunft wurde die Metropole Los Angeles von einer geheimnisvollen fremden Macht besetzt und von der Außenwelt abgeschottet. Seitdem herrschen totalitäre Zustände innerhalb der neu errichteten Mauern der Großstadt. Herzlich Willkommen in der Welt von Colony. Die Serie von Lost-Erfinder Carlton Cuse gibt es nicht nur bei Netflix, sondern jetzt auch für das Heimkino. Und tatsächlich: Ein Blick lohnt sich allemal. Nicht nur, weil Josh Holloway alias Unser-aller-Liebling Sawyer wieder am Start ist. Nein, auch weil Colony wirklich tolle Töne anschlägt.

Ich stehe ja auf spannende Sci-Fi-Settings. Dark, The City & The City oder eben Lost konnten schon allein aufgrund ihrer Grundprämisse bei mir punkten. Und auch mit Colony verhält sich das so. Kein großes Technologie-Pampam, sondern subtiles Einbringen von Science-Ficiton-Elementen, wobei Drohnen hier schon das höchste aller Gefühle sind. Und das mag ich. Damit einher geht auch der Verzicht auf riesige Effektgewitter. Colony konzentriert sich eher auf die Erzählung.

Neben Josh Holloway findet sich auch eine andere Serienbekanntheit in der Riege der Hauptdarsteller wieder. Sarah Wayne Callies kennt man unter anderem aus Prison Break oder The Walking Dead. Zusammen mit Holloway geben die beiden das Ehepaar Bowman. Am Tag der Ankunft der geheimnisvollen Invasoren, werden die beiden von ihrem Sohn getrennt. Eines Tages fasst Will jedoch den Entschluss, sich außerhalb der Stadt auf die Suche nach ihm zu begeben. Doch bevor er es hinaus schafft, wird er verhaftet und vom einflussreichen Proxy Snyder (Peter Jacobson) vor eine Wahl gestellt: Entweder er hilft dem Regime, die Anführer der Aufstandsbewegung ausfindig zu machen, um seinen Sohn zurückzubekommen, oder ihm und seiner Familie droht dasselbe Schicksal wie unzähligen Rebellen vor ihnen.

Charaktere im Fokus

Was schon die Stärke bei den erwähnten Serien wie Lost oder Prison Break war, kommt auch bei Colony zu Trage: Die Charaktere. Es wird sich Zeit gelassen, die Hintergrundgeschichten der einzelnen Figuren zu erzählen und somit hohes Identifikationspotenzial zu schaffen. Das funktioniert zwar nicht ganz so gut wie beim großen Insel-Bruder (okay, da hat man auch wirklich ausschweifend erzählt!), dennoch bekommt man als Zuschauer schnell ein Gefühl für die einzelnen Protagonisten.

Und auch auf erzählerischer Basis ist Colony in der ersten Staffel ziemlich spannend inszeniert. Es werden immer wieder Konflikte geöffnet, vor allem zwischen Will und seiner Ehefrau. Dies spitzt sich durch die erste große Wendung dann auch noch ordentlich zu und bietet danach Unmengen an erzählerischem Potenzial. Auch das Pacing kann sich sehen lassen, die einzelnen Episoden sind trotz Laufzeiten von bis zu 55 Minuten schnell weggeguckt und man hat sofort Lust, weiter zu schauen.

Nach Staffel 3 ist Schluss

Ganz am Ende dann allerdings eine wirklich traurige Nachricht: Nach der ersten Staffel Colony folgten noch zwei weitere. Doch dann traf die Serie leider das Schicksal der Absetzung. Und leider konnte die Geschichte wohl nicht zu Ende erzählt werden. Noch schlimmer: Die dritte Staffel endet sogar mit einem üblen Cliffhanger. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass bis dahin eine wirklich spannende und atmosphärisch dichte Geschichte erzählt wird.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.