The Kindness of Strangers – Wenn der Spaß am Schauen vergeht

Vier Menschen müssen jeweils mit ihrer ganz eigenen Lebenskrise fertigwerden. Mutter Clara (Zoe Kazan) flüchtet mit ihren Kindern vor ihrem gewalttätigen Ehemann, verliert ihr Auto und landet letztlich auf der Straße. Krankenschwester Alice (Andrea Risebrough) ist mit ihrer Arbeit überfordert und die stetigen 12-wStundenschichten nagen auch noch an ihr. Marc (Tahar Rahim) wurde erst vor Kurzem aus dem Gefängnis entlassen und wurde von Timofey (Bill Nighy) zum Leiter seines Restaurants ernannt. Dann wäre da noch Anwalt John Peter (Jay Baruchel), dem jegliches Selbstbewusstsein fehlt. Vier Menschen, vier Geschichten und alle sind irgendwie miteinander verbunden.

Bill Nighy mimt den russischen Hotel-/ Restaurantbesitzer mit falschen Akzent - "The KIndness of Stranges" © Alamode Film

Vier Menschen, vier Geschichten und alles wird lose durch einen alten Bürostuhl im Retro-Look zusammengehalten. Richtig, einem schäbigen Bürostuhl. Was in anderen Filmen ein persönlicher Gegenstand ist, der seinen Weg durch die Geschichten der einzelnen Protagonisten geht, verkommt in The Kindness of Strangers zur absoluten Nebensächlichkeit. Genauso fad und unbemüht werden auch die Geschichten der einzelnen Charaktere auf das Klischeehafteste miteinander verwoben. Sind wir also wieder in einem Wohlfühl-Weihnachtsmärchen gefangen? Leider nein, denn selbst wenn The Kindness of Strangers durch ein verschneites New York den Anschein erwecken könnte, macht Lone Scherfig dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. Bittertraurige Szenen sollen mit ebenso bitterem dunklen Humor aufgelöst werden, der jedoch komplett am Ziel vorbeischießt und vollkommen fehl am Platz wirkt. Unfreiwillige Komik lässt sich an jeder Ecke erhaschen und das Mitleid mit dem fantastischen Cast wächst und wächst. Wenn Bill Nighy den russischen Restaurantbesitzer mimt, entlockt er mir doch ab und an ein Schmunzeln. Leider bleibt es bei diesem Schmunzeln, denn die Dialoge fühlen sich an, wie der unbequeme alte Retrostuhl, der hier sein Runde macht. Unglücklicherweise muss man es Regisseurin und Autorin Lone Scherfig ankreiden, denn wenn Charaktere mit lediglich zwei Sätzen charakterisiert werden und dann nur auf plumpe Stereotypen gesetzt wird, vergeht einem die Lust am Weiterschauen. So klischeebehaftet die Geschichte auch ist, so vorhersehbar kommt sie daher. Möglich, dass sich zwei Stunden Spielzeit gerne auch bis in die Unendlichkeit strecken, es sei denn du schaltest frühzeitig ab und reimst dir selbst ein wesentlich kreativeres Ende zusammen. 

Eine Tasse Lebenskrise  gepaart mit vier Tassen Klischees, fertig ist The Kindness of Strangers.  Passend, um die Familie über die Weihnachtstage zusammenzuschweißen und einen gemeinsamen Feind zu finden. Ist man jedoch Freund von seichten, unaufgeregten Filmen die sich recht simpel mit Nächstenliebe auseinandersetzen ohne zu komplex zu werden, ist man hier genau richtig. 

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