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Rambo: Last Blood – Lasst den Mann doch in Frieden ruhen

John Rambo – vor 37 Jahren hat das Blut vergießen mit gewalttätigen Polizisten begonnen. First Blood zeigte dabei was Krieg aus Menschen macht, dass er sie verändert und innerlich zerstört. Jetzt kommt mit Rambo: Last Blood der fünfte Film der Reihe in die Kinos. 

© 2019 Universum Film GmbH

Rambo’s coming home…

Rambo, ein vom Vietnamkrieg gezeichneter Mensch. In Teil 1, First Blood, zog er noch als Landstreicher durch die Gegend um dann von Polizisten misshandelt zu werden. Ein Mann, der nie wirklich zu Hause angekommen ist. Ein Mann, der nie vom Krieg loslassen konnte und immer ein Teil davon sein wird… komme was wolle. Doch als Rambo am Ende von Teil 4 zu einer alten Ranch zurückkehrt, die ihn mit einem Briefkasten mit der Aufschrift “R. Rambo” begrüßt, scheint alles ein Ende zu nehmen. Der Krieg, der Schmerz und die Gewalt. 

Vorhang auf für Rambo: Last Blood – Sylvester Stallone genießt sein ruhiges Leben. Er trainiert Pferde, kümmert sich um den Hof und hat einige liebgewonnene Menschen um sich geschart. Darunter seine Ziehtochter Gabrielle, die kurz davor steht flügge zu werden und ihr Studium zu beginnen. Doch vorher möchte sie noch eine Sache erledigen: Ihren richtigen Vater fragen, wieso er sie und seine Mutter zurückgelassen hat. Stilecht geht es für Gabrielle natürlich in Richtung Mexiko und das obwohl good-old Sly es ihr mit einem Kalenderspruch aus der Friedhofskapelle („I know how bad a man’s hard can be“) verboten hat. Dann kommen ein paar Versatzstücke aus Taken – 96 Hours mit Liam Nesson zum Einsatz. Gabrielle wird unter Drogen gesetzt, entführt und taucht im Menschenhändlerring der Martinez-Brüder auf. Die sind ebenso langweilige 80er-Abziehbilder wie der Rest von Mexiko. Denn Last Blood ist mit Klischees, schwarz/weiß Denke und absolut nichtssagender Melancholie überladen. Alles außerhalb von Slys Farm ist von Grund auf Böse und Schlecht. Rambo und Trump erfreuen sich da natürlich der durchweg schlechten Darstellung vom mexikanischen Grenzgebiet. Gangmitglieder reihen sich an Pimps und saufen sich rund um die Uhr die Birne weg. Bewaffnet ist sowieso jeder und Menschenhandel gehört zum guten Ton.

© 2019 Universum Film GmbH

Man macht es sich einfach leicht diese Welt in schwarz-weiß Tönen zu zeichnen. Erwarte ich von einem Rambo raffinierte Grautöne? Nein, aber so dumm soll es dann bitte auch nicht sein. Das ist gerade dann wichtig, wenn schon die Charaktere nicht mit sonderlich ambivalenten Zügen scheinen können. Rambo sieht grundsätzlich nur das Böse im Menschen, naja zumindest in denen die außerhalb seiner Farm leben. Das wird auch lang und breit immer wieder zum Thema mehrerer Gespräche gemacht ohne auch nur einen Meter vom vorherigen Standpunkt abzuweichen. Da muss man sich nicht wundern, wenn reihenweise Zuschauer die Uhr checken und sich wundern, wo denn nun die Action bleibt. Eins sei gesagt, mit einer recht knackigen Laufzeit von 89 Minuten fühlt sich dieser Melancholie-Rambo doch an, wie eine Ewigkeit. Einzig die wenigen Gewaltspitzen im ersten Viertel holen den alten Kriegsveteranen zurück ins Hier und Jetzt, das dann auch recht schnell das Ende des Films einläutet. 

Das letzte Viertel lässt sich wunderbar mit einem Filmtitel beschreiben: Rambo allein zu Haus. Halte jetzt an dem fest was dir im Kopf rumschwirrt. Ein Haus voller tödlicher Fallen und eine Handvoll Handlanger, die einer nach dem Anderen dadurch umkommen. Im Akkordtakt werden die Fallen ausgelöst und ein Feuerwerk an Gewalt entfacht. Schade, dass es durch CGI verunstaltet wird oder dank dem viel zu hektischen Schnitt zur nächsten Todesfalle kaum Zeit hat zu wirken.

Man sieht ich bin wenig begeistert von Rambo: Last Blood. Er ist mir zu plump, man hat sich keine Mühe gegeben, mehr als Platitüden und Klischees in das Skript zu werfen und hat den Fokus zu stark auf die immer gleichen Sly-Weisheiten gelegt. Tut mir einen Gefallen, lasst Last Blood aus, leiht ihn aus, denn lange kann es nicht dauern bis Rambo auf den Streamingplattformen landet oder im Grabbeltisch versumpft. Wer doch Lust auf Sylvester Stallone und eine kurze Gewaltorgie hat, wartet auf das passende YouTube Video: Top 10 Kills in Rambo: Last Blood.

Adrian Grunberg

Action, Thriller

Sylvester Stallone, Paz Vega, Sergio Peris-Mencheta, Adriana Barraza, Yvette Monreal, Genie Kim AKA Yenah Han, Joaquin Cosio, Oscar Jaenada. (English, Spanish dialogue)

Screenplay: Matthew Cirulnick, Sylvester Stallone; story: Dan Gordon, Stallone, based on the character created by David Morrell. Camera (color, widescreen):

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