Aladdin – Wir sind in 1001 Nacht

Es war einmal in einer dunklen Nacht, in einem weitentfernten Land. Jafar, ein Mann mit bösen Absichten steht wartend mit seinem hinterlistigen Papagei Iago auf der Schulter mitten in der Wüste. 

Nach einer Weile tauchen am Rande des Horizonts zwei Kamele auf. Es sind die Diebe Flo und Mike und sie haben die fehlende Hälfte des Skarabäus-Medaillons dabei. Als Jafar es mit seiner Hälfte zusammenhält sprühen Funken, es donnert und ein Sandsturm zieht auf. Ein helles Licht blitzt auf und der Skarabäus fliegt im Funkenregen über den aufgewirbelten Sand. Jafar, Flo und Mike folgen dem Licht des Medaillons voller Unglauben durch den Sandsturm. Plötzlich stechen ihnen zwei goldenen Lichter entgegen. Es sind die Augen eines riesigen Tigers – der Eingang zur Höhle der Wunder.

Als die drei sich der Höhle nähern fängt sich das Maul des Tigers an zu bewegen: “Nur ein ungeschliffener Diamant darf die Höhle der Wunder betreten.” Flo und Mike sahen sich an und zuckten entgeistert mit den Schultern als langsam Jafar vor sie tritt. “Ihr beiden Nichtsnutze werdet mir die magische Lampe bringen”, sagt er und so treten die beiden mit schlotternden Knien vor das schnaufende Tigermaul, dem Eingang zur Höhle der Wunder. Ein letztes Mal erleuchteten die Augen des Tigers und er brüllt: “Berührt nichts außer der Lampe!” und als die beiden den ersten Schritt wagen, verschließt sich das Maul langsam hinter ihnen. Der einzige Weg hinaus, wird den beiden bewusst, ist also die magische Lampe. 

Ein langer Pfad tut sich ihnen auf, gepflastert mit Golddublonen, Bergen von Rubine und Saphiren links und rechts von ihnen gespickt mit dem schönsten Schmuck den sie je gesehen hatten. Ein Anblick, der einer Prinzessin würdig ist. Doch anfassen oder gar mitnehmen hatte der mystische Tiger ihnen verboten und so machen sie sich auf den Weg tiefer in die Höhle, weiter zur magischen Lampe. Sie befindet sich im tiefsten Inneren der Höhle auf der Spitze eines riesigen Aufstiegs und es scheint, als würde inmitten der Höhle Mondlicht auf sie fallen und so die gesamte Höhle mit Licht erfüllen. 

Die letzten Stufen sind geschafft, die magische Lampe, die Erlösung von Jafar und die Weg aus der Höhle ist zum Greifen nah. Vorsichtig hebt Flo die Lampe auf und zeigt sie Mike. Sie ist schlichter als erwartet und dazu noch etwas schmutzig. Langsam wischen die beiden mit ihren dreckigen Lumpen über die Lampe. Ihr wahres Antlitz kommt zum Vorschein. Golden, verziert mit Diamanten und einem merkwürdigem blauen Schimmer…der immer stärker und stärker wird, bis sich plötzlich ein blauer Nebel aus der Lampe schlängelt, sich um die beiden windet und langsam Gestalt annimmt.

Meno Massoud und Will Smith © Disney
Mena Massoud und Will Smith © Disney

“Ich bin Genie! Steht’s zu Diensten Mei….ster? Oh von eurer Sorte gibt’s ja gleich zwei!? Naja was soll’s, mehr Wünsche bedeuten mehr Spaß für mich. Wie sieht’s aus? Was liegt euch auf dem Herzen, immer raus damit, denn 3 Wünsche habt ihr frei. Moment…was habt ihr hier eigentlich verloren? Ihr seht mir doch eher aus wie zwei, die sich über Filme auslassen und jetzt kommt mir bloß nicht mit: Dschinni woher weißt du das? Ich bin allwissend und überall. Also raus mit der Sprache. In ein paar Stunden kommt dieser Aladdin um die Ecke und ich hab’ meinen großen Auftritt. Wenn jeder von euch 3 Wünsche für Disneys Aladdin hätte, was wäre es?” 

Sichtlich irritiert stecken Flo und Mike die Köpfe zusammen. Kurzes Getuschel und die Wünsche stehen fest. Flo tritt langsam vor, nimmt die Lampe in die Hand und beginnt mit den magischen Worten: “Genie, ich wünsche mir!”

“Mehr Agrabah! 1001 Nacht hat man natürlich schon in vielen Filmen gesehen. Doch Aladdin hatte nun die neuesten tricktechnischen Möglichkeiten dem Kinozuschauer das orientalische Flair so nah wie noch nie zu bringen. Das schafft der Streifen meiner Meinung jedoch leider nur bedingt. Die Szenen auf dem hektischen Markt sind zwar in Ordnung, doch als Kinozuschauer hätte ich mir hier gewünscht, die Gewürze und den Tee regelrecht durch die Leinwand zu riechen. Auch in Verbindung mit der Musik hätte hier eine noch dichtere Atmosphäre geschaffen werden können. So wurde ich dahingehend leider nicht so richtig in den Bann gezogen.

Mehr Humor! Die Geschichte von Aladdin ist eine, die man in jeglicher Hinsicht schon zig Mal gehört hat. Armer Bauer besiegt das Böse und rettet letztlich die Prinzessin. Als leidenschaftlicher Filmfan weiß man daher schon, wie die Geschichte wahrscheinlich endet – abgesehen davon handelt es sich bei Aladdin um ein Remake, es ist also schwer davon auszugehen, dass die meisten Kinogänger wissen, worauf es am Ende hinaufläuft. Und genau deswegen hätte dem Film ein bisschen mehr Humor gut getan – abweichend von der Originalstory hätte man hier meinetwegen gerne auch Bezug zur Gegenwart nehmen können. Mit Dschinni, Apu und dem Teppich hat man drei Protagonisten, die perfekt für viele Lacher gewesen wären. So gibt es zwar den ein oder anderen Schmunzler – so richtig beömmeln konnte ich mich jedoch nicht.

Noch mehr Disney-Realverfilmungen! Jaja, ich weiß: Mit dieser Meinung stehe ich fast alleine da. Aber ganz ehrlich: Wieso sollten nicht auch noch die zahlreichen anderen Disney-Filme realverfilmt werden. Ich bin auf jeden Fall dafür. Wieso? Ganz einfach! Die Kiddies haben genauso das Recht, die Filme mit denen ich groß geworden bin, ihrem Zeitalter getreu nach, zu gucken. Na klar haben die Zeichentrickfilme ihren ganz eigenen Charme – aber dieser geht ja nicht verloren, nur weil man die neuen technischen Möglichkeiten nutzt und so wirklich tolle Bilder auf die Leinwand zaubert. Ich fand Dschungelbuch cool, ich mochte Aladdin, ich freue mich riesig auf König der Löwen. Mein heimlicher Wunsch für die nächste Disney-Realverfilmung ist übrigens Ein Königreich Für Ein Lama.”

Will Smith als mystischer Genie © Disney
Will Smith als mystischer Genie © Disney

“Hmm interessant, nicht ganz leicht aber kein Problem für einen Dschinni! Deine Wünschen sollen in Erfüllung gehen.”, sagte Dschinni. “Naja zumindest beim nächsten Remake, dafür ist jetzt leider keine Zeit mehr. Kommt alles ein bisschen, verstehst? Aber nun zu unserem zweiten Meister.” Dschinnis Blick wanderte zu Mike, der die Lampe bereits in seinen Händen hält. “Okay, okay. Besonders leicht habt ihr es mir ja nicht gemacht, aber dazu gleich mehr. Kurz in die Hände gespuckt und die große Wünscherei kann losgehen. Also Dschinni, ich wünsche mir! 

Dschinni, ich wünsche mir Dschinni, denn kaum taucht Will Smith auf, versprüht Aladdin endlich Magie. Es wird verrückt, fantastisch und musikalisch. Die erste Tanzsequenz mit Dschinni und seiner kleinen Zaubertrickshow macht einfach nur unheimlich Spaß. Man wippt fröhlich mit und summt den Song aus seiner Kindheit leise mit. Achja…wie schön Musicaleinlagen doch sein können. Wären doch bloß alle in Aladdin auf einem ähnlichen Level

Prinzessin Jasmin, wunderschön und mit so viel Herz von Naomi Scott gespielt. Wenn der “ungeschliffene Diamant” Mena Massoud da doch nur mithalten könnte. Ein verschmitztes Lächeln kann man ihm entlocken, aber Charisma, das dem Trickfilm Aladdin nahekommt, sucht man vergeblich. Paart man ihn noch mit Will Smith als Dschninni, fallen seine Schwächen noch deutlicher auf, denn ein ums andere Mal rettet Smith die Szene. Eine andere Besetzung, ja das wäre mein zweiter Wunsch.

Und jetzt zu meinem letzten Wunsch. Mehr Magie und damit meine ich nicht Dschinni, wobei er auch gerne mehr Unfug treiben dürfte, sondern “Disney-Magie”, denn das Gefühl durch die Kinoleinwand in eine mystische und verzauberte Welt zu kommen geht etwas verloren. Vielleicht liegt es daran, dass es eine Realverfilmung ist, vielleicht auch daran, dass Aladdin nicht durch seinen Charme überzeugen kann, sondern doch den Eindruck einer klassischen Blockbuster Produktion erweckt. Ich kann es nicht genau festlegen, aber so viel sei gesagt, vor der Vorführung wurde der neue trailer zu König der Löwen gezeigt und es sah unfassbar gut aus. Aber echte Tigeraugen ziehen mich nicht auf die gleiche Art in den Bann, wie Zeichentrick-Kulleraugen. Das kann natürlich auch kindliche Verklärung sein, die Zukunft wird es zeigen.”

“Nun gut. Ich werde sehen, was ich tun kann. 3 Wünsche hattet ihr, mehr nicht. Wir sehen uns dann in 50 Jahren zum nächsten Aladdin Remake!”, verkündet Dschinni. Der blaue Geist verblasst daraufhin, ebenso die magische Lampe. Verdutzt schauen sich Mike und Flo an:

“Und wie kommen wir jetzt hier weg?…”

 

Nachricht in eigener Sache: Habt ihr Lust auf mehr Kritiken in dieser Geschichts-Form, dann ab in die Kommentare 🙂 

Regisseur: Guy Ritchie

Genre: Romance/ Fantasy

Cast: Will Smith, Mena Massoud, Naomi Scott, Marwan Kenzari, Navid Negahban, Nasim Pedrad, Billy Magnussen.

Crew: Screenplay: John August, Ritchie. Camera (color): Alan Stewart. Editor: James Herbert. Music: Alan Menken. Lyrics: Howard Ashman, Tim Rice, with new lyrics by Benj Pasek, Justin Paul.


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