Schocktober #28: Don’t Knock Twice

Knock Knock. Wer ist da? Eine Hexe, die dir dein Leben verdammt schwer macht. So oder so ähnlich könnte man den Film Don’t Knock Twice zusammenfassen. Kriechende Hexenfiguren und ein paar satte Jumpscares dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Perfekt also für unseren Schocktober #28…

Jeder, der einmal Horrorfilme gesehen hat, weiß ganz genau, dass man gewisse Dinge nicht tun sollte. Sich vor den Spiegel stellen und fünf Mal Candyman sagen gehört genauso dazu, wie bei einer Sitzung mit dem Ouija-Brett den Geist nach der Todesursache zu fragen. Aber auch das zweimalige Klopfen an der Haustür eines verfluchten Horrorhauses gehört dazu. Tja, die Protagonisten in Don’t Knock Twice haben allerdings wohl noch nie einen Horror-Film gesehen…

Zumindest Chloe (Lucy Boynton) und Danny (Jordan Bolger) scheinen nicht so sehr die Experten auf diesem Gebiet zu sein und klopfen quasi als Mutprobe eben an solch einer Tür. Und damit nimmt der Horror natürlich seinen Lauf – denn “das Böse” macht nun Jagd auf die beiden Teenager. Als Danny dann eines Tages spurlos verschwindet, entscheidet sich Chloe dazu, wieder bei ihrer Mutter Jess (Kathee Sackhoff) einzuziehen. Das Verhältnis der beiden leidet unter Jess’ früher Drogensucht und der Tatsache, dass sie ihre Tochter schon früh in eine Pflegefamilie steckte. Und so entspinnt sich Don’t Knock Twice zu einem Horrorfilm, der auch immer wieder die Familien-Komponente aufgreift.

Dumm aber verzeihbar

Regisseur Caradog James nutzt in erster Linie viele klassische Horrorlemente, die man so schon tausendmal gesehen hat. Dass Teenie-Dummheiten letztlich zu Horror führt ist ebenfalls keine Neuigkeit – und auch bei Don’t Knock Twice will man sich das ein oder andere Mal an die Stirn schlagen und sagt sich “Leute, seid ihr wirklich so dumm?” Das Handeln – gerade von Chloe – ist im ersten Teil des Films wirklich kaum nachvollziehbar. Aber klar ist auch: Don’t Knock Twice ist damit in bester Gesellschaft. Ohne die willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit funktionieren halt nur die wenigsten Horrorfilme.

In Don’t Knock Twice geht es auch blutig zu © Splendid Film GmbH

Und das ist bei Don’t Knock Twice auch zweitrangig. Wie auch eigentlich die ganze Geschichte zweitrangig ist. Erwähnenswert ist dennoch, dass man ein paar ordentliche Jumpscares, einen ordentlichen Look und einen angsteinflößenden Soundtrack serviert bekommt. Gerade für einen Halloween-Abend ist Don’t Knock Twice also wie gemacht.

Bitte einmal berieseln lassen

Ob es am Ende eine schlüssige Handlung mit tiefenpsychologischer Aussage gibt, ist in diesem Fall wirklich völlig irrelevant. Die Schreckensmomente sind gut gesetzt, das Pacing der (zugegeben hanebüchenen) Geschichte ist ebenfalls ordentlich und dem “Bösen” schaut man gerne bei seinen Taten zu. Dass das Finale mit einem merkwürdigen Twist und einem sehr kuriosen End-Setting daherkommt, tut der Sache ebenfalls kein Abbruch. Umso erfreulicher ist da, dass der Film böse endet und sich somit jeglichem Kitsch entzieht, den man ja auch gerne mal zu sehen bekommt.

Alles in allem ist Don’t Knock Twice wirklich ein grundsolider Teenie-Horror, der eine mystische Geschichte ohne große Umschweife erzählt und eine wirklich gruselige Hexe sein Eigen nennen kann. Perfekt also für unseren Schocktober…


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